Wenn selbst Steuertipps auf TikTok Kohle bringen

Zwei Tage geballtes Social Media Know-how – das erste Social Media Camp der Digital Marketing Academy war ein voller Erfolg! Philipp Martin und Leyla Yesilkaya von Reachbird, führten durch das Programm und hatten gleich zwei Social Media Profis via Live-Schaltung mit dabei, die bei den Teilnehmer*innen für Begeisterung sorgten: Fabian Walter alias „Steuerfabi“ und Daniel Zoll alias „Einfachdan“.

Dann kommt der Steuerfabi. Er heißt eigentlich Fabian Walter. Lebt im Badnerland. Das hört man auch. War früher bei der Volksbank. Nun, das würde im Social Media Camp jetzt wirklich niemanden vom Hocker reißen. Aber der Steuerfabi ist auf TikTok. Er gibt dort Steuertipps. Steuerfabi folgen heute 300.000 User. Jetzt ist es still im Saal. Aber so was von still.

Welt im Umbruch

Also noch mal: Fabian holt sich über TikTok im März 2021 den Black Bull Award und wird Steuerexperte des Jahres. Über TikTok! Der chinesischen Onlineplattform, auf der Dreizehnjährige mit Plüschtieren tanzen? Aber Tik-Tok mag zwar erst im August 2018 auf den Markt getreten sein, heute begeistert es 5,5 Millionen Menschen allein in Deutschland. Facebook? 5,4 Millionen User monatlich in Österreich. Youtube? Täglich 5,8 Millionen User allein in der Alpenrepublik. Es ist ein Blick in eine rasend schnelle Welt, die über 50 Interessierte beim Social Media Camp des Digital Campus Vorarlberg werfen. Mit Philipp Martin gibt ein echter Profi den Tourguide. Er hat den Steuerfabi via Video in den Saal der AK geholt. Mehr noch: Martin hat 2015 in Liechtenstein die Agentur Reachbird gegründet.

Philipp Martin, CEO Reachbird

Die 23 Köpfe im Team haben 2133 Kampagnen umgesetzt und an die sechs Millionen Influencer in der Datenbank. Da sollte man doch fündig werden, oder? „Krass, was für eine Power das Thema mittlerweile hat“, sagt er. Donald Trump hat die USA mittels Twitter regiert. Der deutsche Social-Media-Star Rezo bringt mit einem einzigen Video die CDU ins Schlingern. Oder Gamestop – „das ist eigentlich eine Videothek“. So was von gestern! Aber dann sorgt ein simpler Post von Elan Musk auf der Plattform Reddit dafür, dass die Aktie binnen Stunden von 15 auf 300 Euro durch die Decke schießt. „Da wurden Milliarden an Wert geschaffen und wieder verbrannt.“ Martin erzählt von der jüngsten Selfmade- Milliardärin Kylie Jenner und hätte noch unzählige ähnlicher Geschichten parat. Aber der aktuelle Blick auf die Plattformen ist jetzt wichtiger.

Plattformen verändern sich

Er beginnt die Reise bei Facebook. Das etwas in die Jahre gekommene Paradepferd ist längst zu einer Newsplattform geworden, sonst würden nicht z. B. mehr als 100.000 Menschen die Finanztipps von Madam Moneypenny verfolgen. Sodann Instagram, die Plattform, auf der Influencer 20, 30 Stories am Tag posten, aber ein Direktvertrieb von Waren extrem schwierig ist. TikTok, die reine Videoplattform, „bietet riesige Chancen, dort viele Leute zu erreichen“. Und Achtung: „Shopping auf TikTok kommt!“ Shopify, Pinterest und LinkedIn – an den beiden Tagen des Camps bleibt keine der relevanten digitalen Plattformen unberührt. Philipp Martin und sein Team haben Beispiele ohne Ende mitgebracht. Darunter Influencer wie Francesca (Franelle auf Instagram) oder Daniel Wellington, der seit 2011 erfolgreich Uhren zu Markte trägt. „Influencer“, sagt Martin, „gab es immer. Sie sind nichts anderes als Testimonials.“ Früher waren es Schauspieler, Musiker und Models. Heute verkauft sich Mode, weil Social-Media-Stars sie tragen. Imgünstigsten Fall entsteht eine parasoziale Beziehung zwischen Influencer und Publikum, das sich denkt: „Der (oder die) ist eigentlich wie ich!“

Auch PraktikerInnen wie die Lingenauer Grafikdesignerin Roswitha Schneider und die Musikerin Evelyn Fink-Mennel, die heute in Schwarzenberg lebt, hören fasziniert zu. Früher kamen Firmenchefs zu Roswitha mit dem Auftrag: „I sött a
Homepage hea. Do hosch fünf Fotos.“ Das ist vorbei. Heute müssen Unternehmen sich fragen: Wer bin ich eigentlich? Erst dann führt der Weg über die Strategie in die Welt zwischen 0 und 1. Gute Beispiele mehren sich hierzulande. Wenn die Andelsbucher Oberhauser & Schedler Bau GmbH etwa gratis Sand für die Sandkästen der Andelsbucher Kinder liefert, ist das schon ein herzallerliebstes Video auf Facebook wert. Und Evelyn Fink-Mennel? Findet man die eines Tages auch auf Tik-Tok? „Vom Juchzen und Jodeln“ im
Social-Media-Format? „Aber klar“, sagt sie, und man merkt ihr die Lust an der Entdeckungsreise in diese neue Welt richtig an.

Das war das Social Media Camp – Bildergalerie

Das war das Social Media Camp – Video

Digital Marketing Academy

Social Media Camp verpasst? Die gute Nachricht: Wir planen eine Wiederholung im Herbst. Auf unserer Website gibt es die Möglichkeit, sich bereits unverbindlich vormerken zu lassen. Außerdem warten 10 weitere spannende Marketing-Bootcamps an unserer Marketing Academy darauf entdeckt zu werden. Reinschauen lohnt sich!

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